[Anmerkung: Meine Erkenntnisse der Woche sind als Wocheneintrag gedacht, der bei "Erkenntnissen" innerhalb einer Woche fortgeführt und mit dem Sonntag abgeschlossen wird. Ob das sinnvoll ist, weiß ich noch nicht genau.]
Erkenntnis der Woche I:
Der Daily Dueck: Alternativlos oder Alternativblind. Sachzwänge reloaded
Um es frei nach Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen zu sagen: „Das Wort alternativlos sollte für immer und ewig aus dem Wortschatz getilgt werden.“ Das Unwort des Jahres ist zum Bedeutungsäquivalent der Sachzwänge geworden.
»Eine Alternativlosigkeit wie im Rettungsboot ist eher selten. Wir erzürnen über selbsthalluzinierte Einbahnstraßen. „Wir müssen den Betrieb kaputtsparen, weil wir sonst unser Gewinnziel aufgeben müssten.“ – „Wir können den Staat nicht sanieren, weil wir sonst nicht gewählt werden.“ – „Systeme sind nun einmal komplex, sie können nicht immer funktionieren.“ – „Wir haben Angst, den Partei-Chef zu kritisieren, dann wählt er uns noch heute ab. Lieber lassen wir uns übermorgen alle zusammen abwählen, das ist sicherer.“«
Also wider der nicht-existent halluzinierten Alternativlosigkeit! Wie immer ändert sich nur die Sprache, während die dahinterliegenden Handlungen die gleichen bleiben.
Quelle: DailyDueck Nr. 133, Januar 2011
Erkenntnis der Woche II:
Legal, Illegal, Scheißegal – Der umstrittene Umweltaktivist Jörg Bergstedt über Polizei und Justiz
Netter Vortrag von Jörg Bergstedt über die Ermittlungspraxis von Polizei und Justiz innerhalb verschiedener Verfahren zu Protestaktionen.
Quelle: Nokturnaltimes – Die Tricks von Polizei und Justiz
Erkenntnis der Woche III:
Das Jahrhundert der Atombombentests – Eine Visualisierung
Visualisierung aller Atombombentests von „1945-1998“ von Isao Hashimoto:
„This piece of work is a bird’s eye view of the history by scaling down a month length of time into one second.“
Interessant auch diese Karte, die anzeigt, wer den “Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen” unterschrieben und schon ratifiziert hat. Und natürlich: Welche Staaten die Inkraftsetzung durch Nicht-Ratifizierung behindern.
Quelle: CTBTO Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen
Erkenntnis der Woche IV:
Offener Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock zu den Geschehnissen der letzten Wochen
Der Spiegelfechter veröffentlicht einen Offenen Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock auf seiner Seite. Da auch der anderen Seite der Geschehnisse ein Platz im öffentlichen Diskurs eingeräumt werden sollte, hier der Hinweis auf diese Sichtweise.
In seiner Anmerkung schreibt Jens Berger:
“Der Brief ist mir auf einem vertrauenswürdigen Weg zur Veröffentlichung zugespielt worden. Wer den Brief weiterverbreiten will, kann dies gerne unter Nennung der Quelle tun. Die Stammbesatzung der Gorch Fock hat einen Maulkorb bekommen und darf nicht mit der Presse sprechen. Dieser Maulkorb ist natürlich im Sinne der “Wahrheitsfindung” problematisch, da die ausgeflogenen Lehrgangsteilnehmer ihre Version ganz selbstverständlich den empörungssüchtigen Journalisten von BILD, WELT und SPIEGEL erzählen dürfen, die diese Aussagen ihrerseits noch weiter skandalisieren. Die in diesem offenen Brief beschriebene Version der Geschehnisse wird im Laufe der Ermittlungen ohnehin zur Kenntnis genommen werden müssen. Das Problem: In ein paar Monaten wird bereits eine neue Sau durchs Dorf getrieben und weder BILD, WELT noch SPIEGEL interessieren sich dann für diese Erkenntnisse. Heute werden die Fakten geschaffen und heute wird der Ruf der Beteiligten und des Segelschulschiffes Gorch Fock zerstört. Eigentlich sollte es Bestandteil einer fairen Berichterstattung sein, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen. Diese Fairness zählt im Fall Gorch Fock offensichtlich nicht. Ich hoffe, dass dieser offene Brief dazu beitragen kann, die aus dem Ruder gelaufene Diskussion ein wenig zu versachlichen.”
Quelle: Spiegelfechter